Ich stelle mir Agentin Claudia vor, wie sie hinter dem Rolladen steht, ein feuchtes Tuch auf den Mund presst und schwer atmend spioniert. Richtig anstrengend, so eine Agententätigkeit!
„Gab es Probleme beim Verlad?“
„Nein, eigentlich nicht. Ausser dem anderen Anhängerzug. Der musste rückwärts an der ersten Maschine vorbei in die Baustelle zirkeln. Der junge Arbeiter winkte und gab Zeichen, bis das Fahrzeug zentimetergenau vorbei war.“
„Richtig spannend“, sage ich und unterdrücke erneut ein Gähnen. Ob wohl noch eine Steigerung folgt?
„Wart’s ab! Schon wieder kam der Nachbar, unterdessen rot im Gesicht. ‚Sie stehen ja immer noch hier!‘, fauchte er. ‚Nicht mehr lange‘, beschwichtigte der Mann, ‚muss nur noch die Maschine festzurren. Nicht dass sie in der nächsten Kurve auf ein parkiertes Auto fällt.‘ ‚Passiert denn das oft?‘, staunte unser Nachbar. ‚I wo! Bloss jede zweite Woche einmal‘, meinte der Arbeiter. Aber ich glaube nicht, dass das stimmt.“
„Ganz sicher nicht, das würde sonst überall in den Medien kommen.“
„Meinst du? Die verheimlichen uns doch Vieles!“
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