„Walter kam gerade noch rechtzeitig mit dem letzten Glockenschlag. Ich wollte schon aufstehen. Hat sich herausgeredet, er habe noch Bekannte getroffen und mit der Museumsleiterin gesprochen.“
Ich höre etwas Bitterkeit in ihrer Stimme. Wahrscheinlich denkt Nicole, Walter habe mit der Frau geflirtet.
„Und dann?“
„Weil ich – ausser einigen Erdnüssen – nicht viel gegessen hatte, aber schon drei Drinks intus hatte, musste mich Walter stützen bis zum Restaurant.“
„Geschickter Schachzug!“ So musste Walter Nicole ja wieder etwas näherkommen!
„Dachte ich ja auch“, gibt Nicole zu. „Aber dann haben wir zum Nachtessen auch noch eine Flasche Rotwein getrunken.“
„Und weiter?“
„Weiter kann ich mich nicht mehr genau erinnern“, behauptet sie. „Keine Ahnung, wie wir ins Hotel zurückgekommen sind.“
Wir sind enttäuscht. Ich persönlich nehme ihr diese Storry nicht ab. Nicole scheint mir nämlich recht trinkfest zu sein. Sie kennt ihre Grenzen und lässt sicherheitshalber ihr Glas lieber halbvoll stehen. Wahrscheinlich hat Walter den grössten Teil des Weines getrunken. Und vom Wein wird Walter weinerlich, und Nicole liebt es, ihn zu trösten. Man kann es natürlich auch so nennen!
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