Wir sind wieder einmal bei Nicole. Sie behauptete, ‚wieder einmal‘ an der Reihe zu sein. Natürlich möchte sie bloss den gewohnten Latte Macchiato aus ihren Luxus-Kaffeemaschine trinken können, sie hasst Gerdas Filterkaffee mit Zichorie.
„Wie war euer Pfingst-Wochenende?“, fragt Claudia.
„Also unser Jüngster, der Rolf Junior, hat ja das Pfingstlager geleitet“, verkündet Gerda stolz. Als endlich ein Sohn geboren wurde – nach zwei Mädchen – ist ihrem Mann und ihr nichts Intelligenteres eingefallen, als den Sprössling nach seinem Vater – Rolf Senior – zu taufen.
„Das Wetter war ja zum Glück dieses Jahr toll“, nickt Claudia.
„Oh ja! Unser Rolf Junior hatte extra ein Grundstück bei einem Bauernhof gewählt, leicht erhöht, damit das Regenwasser gut ablaufen könnte, und mit einer Scheune, damit man zur Not im Stroh hätte übernachten können. Und jetzt musste der Bauer einen Schlauch bis zum Zeltplatz legen, damit sich die Kinder abkühlen konnten!“
„Also ich wäre in die Badi gegangen“, sagt Nicole verständnislos.
„Da gingen sie ja auch hin. Aber die Jugendlichen müssen auch Aufgaben bewältigen. Klo und Küche aufbauen, zum Beispiel. Eine Seilbahn erstellen oder einen Turm bauen. Und dann der Erlebnispfad…“
„Erlebnispfad?“, staunen wir.
„So ein Postenlauf. Da mussten sie Fragen zur Landwirtschaft beantworten. Wie viele Liter Milch gibt eine Kuh? Wie viele Gramm Honig sammelt eine Arbeitsbiene in ihrem Leben? Wie viele Eier legt ein Huhn pro Jahr. Daneben natürlich ein Memory, ein Fernrohr, eine Feuerstelle…“
„Ach so!“, sage ich. „Da raucht mir vor Überlegen tatsächlich der Kopf!“
Die anderen lachen.
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