Neues von Frau Wunderlich, Walter 2

„Was ist eigentlich mit deinem Walter mit seinen warmen und weichen Händen?“, fragt Claudia Nicole und kichert.

Sie zögert. Setzt sich dann etwas bequemer hin. Und nimmt noch einen Schluck Cappuccino, bevor sie antwortet.

„Walter hat mich zu sich nach Hause eingeladen. Er meinte, wenn es draussen so schön warm sei, könnten wir auf der Terrasse essen.“

„Das tönt gut. Was hat er dir denn serviert?“

„Warum fragst du nicht, was er mir gekocht hat?“

„Na, er hat ja wohl eine Köchin, oder nicht?“, fragt Gerda. 

Nicole tupft sich mit der Serviette den Mund ab. Ihr Gesicht scheint mir plötzlich ein bisschen verbittert. 

„Ja, ja. Er hatte eine Köchin“, sagt sie.

„Sag schon, hat sie etwas Spezielles gekocht?“, wollen wir wissen.

„Er hat gesagt, er hätte alles vorbereitet. Ich dachte: ‚Zum Glück!‘, denn ich hatte ziemlich Hunger. Es war ja auch schon beinahe 13 Uhr. Walter führte mich in die Küche. Da stand zwar alles bereit. Aber im Zustand, wie man die Waren im Einkaufszentrum postet. Gütigerweise hatte er mir noch ein Rezeptbuch bereitgelegt: ‚Wie bei Muttern‘ hiess der Titel!“

„Und dann?“

„Er bot mit netterweise an, mir zu helfen… Ich musste also, wollte ich etwas essen, zuerst einmal rüsten, anbraten, kochen.“

„Und Walter? Warum hat er nicht gerüstet, angebraten und gekocht?“

„Er sagte, er müsse noch ‚kurz‘ nach dem Hund sehen…“


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