Die anderen sind wieder einmal bei mir eingeladen. Aber ich habe ein Problem: Was biete ich zum Kaffee an? Gerda möchte am liebsten etwas aus dem Garten. Aber mein Garten gibt noch nichts her. Claudia möchte etwas Gesundes, am besten mit Proteinen. Und Nicole würde am liebsten ein Erdbeertörtchen essen. Aber Erdbeeren sind noch nicht Saison. Schlussendlich entscheide ich mich für einen Brombeerkuchen. Halt mit gefrorenen Beeren. Da kann man noch tüchtig Schlagrahm draufgeben. Natürlich nur, wenn man möchte.
„Wasss?“, ruft Gerda, „Brombeeren? Von wo sind die denn?“
„Aus meinem Garten“, beruhige ich sie. „Die habe ich gleich nach der Ernte letztes Jahr tiefgefroren.“
„Du hast sie aber nicht etwa mit der Mikrowelle defrostet?“
„Wie bitte?“
„Na, aufgetaut!“
„Ich bitte dich! Die habe ich – noch gefroren – auf den Teig gegeben, den Guss drüber geleert und dann ab in den Ofen. Für etwa 30 Minuten.“
„Und welches Mehl hast du genommen?“, fragt nun Claudia.
„Dinkelmehl. Und nur die Hälfte vom Zucker im Rezept. Und natürlich Rohzucker. Im Guss ist übrigens nur halbfetter Rahm. Dafür könnt ihr noch nach Belieben Schlagrahm drüber haben.“
„Ist der auch teilentrahmt?“, fragt Nicole. Ich bin mir nicht sicher, ob sie das ironisch meint.
„Wollt ihr den Kuchen nun essen, oder soll ich ihn erst ins Labor schicken?“
„Ist ja gut“, sagt Gerda. „Er sieht leider lecker aus.“
„Leider?“
„Nun ja, da hätte ich lieber zwei Stück als keines“, meint sie.
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