Wir treffen und bei Nicole. Ich glaube, weil sie die beste Kaffee-Maschine hat. Gerda murrt zwar so etwas wie: „Filterkaffee würde mir besser passen!“. Aber niemand äussert sich dazu. Wir haben uns kaum begrüsst, als das heutige Thema schon feststeht: Gerda fragt uns nämlich, ob wir unsere Bärlauchblätter schon gesammelt hätten.
Claudia ist gleich alarmiert.
„Bärlauch? Das ist total gefährlich!“
Nicole war noch in der Küche, um Biskuits und den letzten Kaffee zu holen.
„Was habe ich verpasst? Warum ist Bärlauch gefährlich?“
„Na, weil er so leicht mit giftigen Blättern verwechselt werden kann. Mit den Blättern der Herbstzeitlosen!“, schnaubt Claudia.
Gerda kichert.
„Warum lachst du so blöd?“
„Weil kein Mensch die Blätter verwechseln kann! Du musst nur richtig hinschauen! Und überhaupt: Bärlauch ist ein universelles Kraut. Man kann die Pflanze fast für alles brauchen!“
„Ich höre?“, sage ich. Bis jetzt war ich der Meinung, man mache nur Pesto mit diesem knoblauchigen Kraut.
Gerda hebt die Hand hoch.
„Also zuerst einmal das berühmte Pesto! Zweitens kann man daraus auch Salat machen. Wer mag, kann Bärlauch auch kochen und als Gemüse essen. Mein Mann hat es gerne in der Wurst. Und ich mache am liebsten Bärlauch-Salz!“
Claudia schüttelt sich. „Das ist doch keine ausgewogene Ernährung! Wo bleiben die Proteine?“
„Du kannst Bärlauch natürlich auch unter Hüttenkäse mischen, kein Problem!“
Claudia schüttelt sich erneut und verzieht angewidert das Gesicht.
„Schon nur die Farbe! Wenn das auf deine Kleider kommt, dann gute Nacht! Bärlauchflecken gehen nie im Leben wieder raus!“
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