„Walter kam endlich zum wesentlichen Punkt. Er sagte: ‚Ich brauche bloss jemand, der mich zur Garage fährt. Mein Auto ist nämlich im Service!‘ Ich war einen Moment sprachlos. Eine Welt brach für mich zusammen.“
„Und dann?“
„Er musste gemerkt haben, dass ich etwas anderes erwartet hatte. ‚Was ist?‘, fragte er, ‚fährst du mich nun oder nicht?‘ Ich sank in mich zusammen.“
„Und dann?“
„Sind wir in Gottes Namen zur Garage gefahren. Dort wollte er mich küssen. Aber ich drehte den Kopf weg, er erwischte bloss meine Wange.“
„Und dann?“
„Der Schleimer sagte noch: ‚Vielen Dank, dass du mich gefahren hast, Nicole! Ich ruf‘ dich bei Gelegenheit an.‘ Dann meinte er noch, er habe einen wichtigen Termin, und schon war er verschwunden.“
„Meine arme Nicole!“ Ich legte ihr den Arm um die Schulter.
Sie blickte mich finster an. „Ich glaube, mit Männern bin ich langsam durch!“
Erschrocken zog ich meinen Arm zurück. Aber schon grinste sie mich an.
„Damit meine ich nicht, dass ich jetzt mit Frauen anfange! Männer sind wenigstens einfach zu verstehen. Wir Frauen sind da viel komplizierter!“
Nach diesem Gespräch ging ich nachdenklich heim. Bin eigentlich mit meinem Mann ganz zufrieden. Er macht nicht viele Worte, aber er ist da, wenn ich ihn brauche. Er bringt zwar nur selten Blumen heim, aber immerhin kann ich mit ihm abends im Bett kuscheln. Ist vielleicht nicht der romantische Wahnsinn, aber besser als ein luftiges Cabrio oder ein Schleimer, der nur an sich denkt.
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