Strassenwischer 3, 2

„Es ist so, dass Ihre Äusserungen von einem breiten Publikum verfolgt werden…“

„Ich nehme an, dass das die Auflagezahl beeinflusst?“

„Gewissermassen ja.“

„Schön für Sie.“

„Unser Publikum hat Fragen gestellt. Es möchte wissen, wie Sie effizient wischen.“

„Dann ist es am besten, wenn Sie das ‚mal selbst ausprobieren. Hier bitte, mein Besen!“

(Journalist nimmt den Besen, beginnt mit kräftigem Schwung zu wischen)

„Halt, halt! Nicht mit so viel Kraft! Da sind Sie ja nach wenigen Minuten schon erschöpft!“

(Journalist keucht schon): „Das ist ja ein schwerer Besen!“

„Ha, ha! Das ist ja auch der Besen, den ich für nasses Laub verwende. Jetzt, nach dem Regen, fegt es sich damit einfacher. Mit dem leichten Besen erwische ich dann nicht alle Blätter. Es gibt nichts Mühsameres, als alle paar Zentimeter ein Blatt von der Strasse zu kratzen!“

(Journalist versucht es noch einmal, diesmal etwas langsamer)

„Allzu langsam dürfen Sie auch nicht arbeiten. Dann haben die Blätter zu viel Zeit, sich wieder auf den Boden zu legen.“

(Journalist macht nun kürzere, aber wieder etwas schnellere Schwünge)

„Schon besser. Sie müssen ein Gefühl für das Material und die Unterlage bekommen.“

(Journalist arbeitet weiter. Da wühlt ein kurzer Luftstoss seine bisherige Arbeit wieder durcheinander): „So ein Mist! Jetzt hatte ich doch schon fast einen Haufen zusammen!“


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