Für das (mehrheitlich konservative) Kantonsparlament im Aargau gibt es offensichtlich kein wichtigeres Problem als Kopftücher von muslimischen Schülerinnen unter 16 Jahren. Sie sollen möglichst bald verboten werden. Ob das im Widerspruch zum Bundesrecht steht, das die Ausübung von allen Religionen erlaubt, ist nicht so wichtig. Und das neue Gesetz kostet natürlich auch nicht allzu viel. Mich nimmt Wunder, wer das kontrollieren und melden soll. Inspektoren und eine Schulpflege gibt es ja nicht mehr. Und die Schulleitungen haben anderes zu tun, als regelmässige Unterrichtsbesuche. Abgesehen davon: In meiner ganzen Karriere als Lehrer habe ich gerade einmal EINE Schülerin mit Kopftuch unterrichtet.
Wirklich dringende Probleme werden dagegen nicht angepackt, zum Beispiel, was mit den Kindern zwischen 0 und 5 Jahren zu Hause passiert, ob sie gefördert oder nur vor einen Bildschirm gesetzt werden. Später kann man ja dann immer noch Ausreden gebrauchen wie Autismus, ADHS und so weiter. Leider kosten solche Massnahmen etwas. Aber wenn sie ausgelassen werden, kosten sie garantiert viel mehr. SchülerInnen und Schüler mit solchen Problemen hatte ich in JEDER Klasse.
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