Begegnung beim Veloständer

Letzten Freitag hatte ich eine lustige Begegnung. Als ich von meinem Training beim Medizinischen Zentrum Brugg kam, sass eine Elster auf einem Fahrradlenker im Veloständer. Ich begrüsste sie und fragte, ob sie zum Inventar gehöre. Sie krächzte und flatterte näher. Ich erklärte ihr, dass ich bloss zu Besuch sei. Das schien sie zu interessieren. Als ich zu meinem Fahrrad ging, folgte sie mir nämlich. Sie setzte sich zuerst auf eine Verstrebung des Ständers. „Weisst du, ich bin jetzt mit meinen Fitness-Übungen fertig und fahre nach Hause“, sagte ich. Nun flatterte sie auf meinen Lenker. „Willst du mitfahren?“ Sie krächzte. Ich packte meine Sporttasche auf den Gepäckträger und stellte die Nummer meines Schlosses ein. Wieder krächzte die Elster, was wohl heissen sollte: „Geht’s bald los?“ Ich setzte meinen Helm auf. Der ist gelb. Der Vogel sah mich schräg an. „Wozu soll der gut sein?“, schien sie zu fragen. „Darf ich ein Foto von dir machen?“, fragte ich und zückte mein Handy. Die Elster schien nichts dagegen zu haben und blieb auf meinem Velolenker sitzen. „Achtung, jetzt parke ich aus“, erklärte ich ihr. Ich klappte den Veloständer zurück und fädelte mein Fahrzeug aus dem Ständer aus. Der Vogel blieb sitzen. Mit der Elster auf dem Lenker schob ich das Rad zur Strasse. Eine Frau kam mir entgegen. Sie schaute mich schräg an. „Dieser Vogel ist mir zugeflogen“, erklärte ich ihr. Nun stieg ich auf mein Velo und trat langsam in die Pedale. Die Elster bemerkte den zunehmenden Luftwiderstand. Der Lenker war für sie rutschig. Bei zunehmender Geschwindigkeit verlor sie das Gleichgewicht und flatterte zu Boden. „Auf Wiedersehen!“, rief ich. Ich komme am Montag wieder!“


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