Walter wehrt sich gegen diesen Vorwurf.
„Ich kann doch nichts dafür, wenn mich eine dunkelhäutige Frau anspricht! Sie wollte den Weg zur Strandpromenade wissen. Sagte, sie hätte sich in der Altstadt mit den verwinkelten Gässchen verirrt…“
Nicole wirkt etwas hässig. „Dass es eine Schönheit war mit mandelförmigen Augen hast du wohl nur mir gegenüber unbedacht geäussert?“
Nicole scheint mir ziemlich eifersüchtig zu sein.
Walter winkt ab. „Die hatte ja noch einen Mann dabei. Und zwei Kinder! Und diese Auskunft war es ja auch nicht, die so lange gedauert hat.“
„WAS hat denn so lange gedauert?“, fragt Nicole giftig.
„Da war als Nächstes eine Gruppe Jugendlicher. Die machten sich lustig über mich. Ich konnte nicht alles verstehen, weil sie Italienisch sprachen. Aber es tönte nach ‚alter Hippie‘ und ‚Penner‘. Sie lachten sich fast kaputt wegen meiner eigenartigen ‚Einkaufstasche‘. Ich habe ihnen mit dem Abfallsack gedroht, und sie rannten kreischend weg.“
„Das kann ja auch nicht einige Stunden gedauert haben.“
„Wie bitte? Walter hat einige Stunden gebraucht?“, frage ich.
Nicole seufzt. „Genau! Als er um zwei Uhr noch nicht zurück war, wurde ich nervös.“
„Und? Hast du ihn angerufen?“
Nicole nickt. „Er sagte, er sei immer noch unterwegs. Im Hinterhof sei keine Sammelstelle gewesen. Auch nicht am Ende des Häuserblocks. Deshalb sei er zum Einkaufscenter gegangen. Aber dort habe er auch keine farbigen Container gesehen. Nun beabsichtige er zum Fussballplatz zu fahren, allenfalls schaue er noch beim Lido vorbei.“
Walter hebt seine Hand. „Ich wollte ja eigentlich den Sack schon vorher an verschiedenen Orten loswerden…“
„Du meinst illegal?“, frage ich kichernd.
Walter neigt den Kopf zur Seite. „Na, eigentlich war es ja ein offizieller Sack der Gemeinde Locarno. Aber… Ich habe ja keinen Ort gefunden, der als Sammelstelle gekennzeichnet war!“
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