«WER wollte einen Hund?», frage ich zurück.
«Und wer hat nicht NEIN gesagt?»
Ich schmeisse mein Buch auf den Salontisch. Ziehe Schuhe und Regenmantel an. Nehme die Leine vom Garderobehaken. «Hektor, komm!»
Mir scheint, auch der Hund ist missmutig. Nur langsam kommt er daher, die Rute hängt.
«Na, komm, Hektor! Wir machen einen KURZEN Spaziergang durchs Quartier.» Ich nehme ihn an die Leine. Dann noch ein paar Biskuits in die Tasche.
Ich öffne die Türe. Ein Luftzug bringt mehrere Laubblätter in die Diele. Ich zerre Hektor vor die Türe und schliesse sie. Regentropfen suchen ihren Weg in meine Augen. Ich binde Hektor an den Briefkasten. «Bin gleich wieder da!»
Im Haus suche ich einen Hut. Draussen heult Hektor bereits. Ich beeile mich.
«Ja, gutes Hundchen. Bin ja schon wieder da. Kriegst auch ein Gutzi!»
Wir gehen einige Schritte. Da kommt unser Nachbar. Hektor bellt. «Hör doch auf, Hektor. Das ist doch nur unser Nachbar Alois, der Wiesel! Guten Abend, Alois!»
Er grinst. «So, auf den Hund gekommen? Wer geht denn mit wem spazieren?»
Ich versuche zu lächeln. «Ist ja eigentlich der Hund der Kinder…»
«Schon klar. Und jetzt musst du mit ihm Gassi gehen. Schau dann nur, dass er keine krummen Geschäfte macht!»
Ich sehe in ratlos an.
«Na, ich meine: Hast du das Säckli dabei?»
«Na klar, da vorne ist ja ein Robidog…»
«An deiner Stelle würde ich mich beeilen. Er setzt sich schon hin… Schöner Abend noch!»
Tatsächlich sitzt Hektor schon am Wegrand und drückt. Ich zerre ihn weiter zum grünen Kasten. Dort kann er von mir aus sein Geschäft erledigen. Ich sehe mich um. So blöd! Da kommt doch gerade wer! Missmutig reisse ich ein Säckli ab. Mit einem leichten Würgen im Hals umgreife ich die warme Masse. Dann versuche ich, den Sack über meine Hand zurückzuziehen. Sieht immer so leicht aus bei anderen. Endlich schaffe ich es. Als die Frau vorbei ist, reisse ich noch drei Säckli als Vorrat ab.
«Braver Hund», sage ich zu Hektor, «kriegst auch ein Gutzi.»
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