Wie mein Fitness-Programm aussieht? Oooch… Meine Frau sagt zwar, dass ich Fortschritte mache. Aber dann kommt sozusagen noch ein ABER. Du erinnerst dich? Zuerst das Kraftstudio. Dann das Schwimmen – übrigens soll das im Winter weitergehen, wenn alle Bakterien sich im Hallenbad treffen und neue Varianten von Krankheiten entstehen – später dann die Familien-Wanderungen. Wie bitte? Genau. Auch das Campieren.
«Macht doch Spass», meint Renate. Na ja, vielleicht macht es IHR Spass. MIR jedenfalls meistens nicht. Muss ja neben diesem Programm auch noch ein bisschen arbeiten.
Meinen Kumpels? Denen erzähle ich lieber nicht zu viel. «Gib doch den Tarif durch!», wäre Karis Kommentar. «Warmduscher», würde der Heiner sagen. Mir können sie nichts vormachen: Die sind zu Hause genauso unter dem Pantoffel. Die machen zu Hause genau das, was ihnen die Frau sagt.
Allerdings kann ich seit einigen Wochen auftrumpfen. Womit? Mit einer Gebirgswanderung! Ob ich unter die SAC-Bergsteiger gegangen bin? Nun hör mal zu, wie ich dazu kam.
«Schatzi!», empfängt mich Renate an einem Freitagabend, als ich heimkomme, «hast du daran gedacht, dass wir übers Wochenende in die Berge fahren?»
Ups! Hatte ich komplett ausgeblendet! «Jaja.»
«Hast du schon gepackt?»
«Eh… nein.»
«Pack nicht zu viel ein. Es ist zwar nur eine leichte Wanderung. Wobei… Du bist ja jetzt gut trainiert.»
Wenn sie wüsste… Treffe mich jeweils mit Gustav im Fitness-Studio. Da machen wir kurz einige lockere Übungen, um dann ins Kaffee zu wechseln. Oder an die Bar… Und die Kontrollen beim Schwimmen sind nicht mehr so streng. Hin und wieder kann ich da hundert Meter schummeln.
Ich packe also eine Flasche Sonnenmilch mit Faktor 30, meinen elektrischen Rasierapparat mit Ladegerät (habe vergessen, ihn zu laden), genug Ersatzwäsche, Regenjacke, Regenschirm (am zweiten Tag soll es eventuell regnen), ein Buch, zwei Dosen Bier (könnte ja sein, dass es auf der SAC-Hütte keines gibt), das Ladegerät fürs Handy, Feldstecher (der grosse, der ist besser bei einbrechender Dunkelheit, und gerade dann kommen doch die Steinböcke ins Tal), ein grosses Sackmesser, …
«Schatz! Denk auch an das Necessaire! Und deine Medikamente!»
Dann noch Chips, Tutti-Frutti und eine Schokolade.
«Hast du deine Wasserflasche gefüllt und eingepackt? Oder soll ich die lieber Tee kochen?»
«Wasser ist OK», antworte ich. Welch gute Idee: Bier in die Blechflasche umfüllen… Und dann noch die Pfefferminz-Bonbons.
«Hast du genug Geld?»
«Hab’ doch die Kreditkarte.»
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