«STOPP! Geh das ins WC abwaschen!», ruft Renate.
Ich zottle mit eingeseiftem Gesicht zum Klo.
«Hoho!», lacht einer, «der Nikolaus kommt heuer schon im Sommer! Hey, Alter, wo ist deine Zipfelmütze?»
Und sein Nachbar grölt: «Und wo ist der Schmutzli mit deinem Esel?»
Mit hochrotem Kopf komme ich in die Kabine und wasche mein Gesicht. Zurück auf unserem Platz creme ich mich mit Renates Sonnencreme ein.
«So, jetzt können alle ins Wasser», ruft sie vergnügt.
«Ich muss die Creme zuerst einwirken lassen», behaupte ich.
«Unsinn!», ruft mein Sohn und hält mir die Flasche unter die Nase. «Hier steht: Zieht sofort ein. Resistent gegen KALTES Wasser.»
«Vergiss nicht: Du schwimmst heute einen Kilometer», ermahnt mich meine Frau.
«Schon gut! Ich mache erst mal ein Nickerchen…»
«Wie du meinst.»
Ich strecke mich auf meinen zwei Badtüchern aus. Es ist friedlich hier. Ein Gemisch aus Sonnenstrahlen und dem Schatten von hunderten von Blättern wirkt beruhigend. Diese verschiedenen Grüntöne: Lindengrün, – ist dies überhaupt eine Linde? Nein, eher ein Ahorn – wo die Sonne von oben draufscheint, fast schwarz, wo mehrere Blätter übereinander hängen. Im Hintergrund das Spritzen von Wasser, Kindergeschrei, Gespräche in der Nachbarschaft…
Ein Tritt in meinen Hintern weckt mich.
«Hey, Papa, wach endlich auf!»
Ich drehe meinen Kopf zur Seite und blinzle.
«Endlich wacht das Faultier auf», sagt meine Tochter.
«Was ist? Gibt es ‘was zu essen?», fragte ich gähnend.
«Nun hört euch DEN wieder an», schimpft Renate. «Schläft und schnarcht wie zwei Waldarbeiter, hat noch nichts getan und will schon wieder essen…»
«Warum trittst du mich in meinen Allerwertesten?»
«Du hast geschnarcht. Und zwar LAUT! Die Nachbarn haben sich beschwert», erklärt mein Sohn. Wie bitte? Wohl auch die Nachbarinnen, ja.
«Zuerst haben wir dich nur angestupst. Dann am Ohr gezogen…»
«Hat alles nichts genützt», fährt meine Frau weiter, «da habe ich ihm die Erlaubnis gegeben, dich in dein fettes…»
«Ich bin NICHT dick!», protestiere ich.
«…sagt Obelix auch immer», grinst mein Sohn.
«Wart nur! Wenn ich dich erwisch…»
«…bin ich schon lange weg!»
Ich richte mich mühsam auf. «Wie war das jetzt mit Essen?»
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