Aus der zweiten Reihe, Badi 3

Ich renne ins Haus und hole Schnur. Dann binde ich den Anhänger am Gepäckträger an. So fest wie nötig, so lose wie möglich, damit er sich in der Kurve noch bewegen kann. Dann fahren wir in die Badi. Alles funktioniert! Renate bezahlt die Eintritte. Die Frau an der Kasse drückt den Knopf, damit ich die Abschrankung öffnen und mit dem Wagen passieren kann. 

«Schau mal, was der alles mitgenommen hat, und dafür hat er die Kinder zu Hause vergessen!», fotzelt einer, der in der Nähe des Eingangs unter einem Sonnenschirm eine Pfeife raucht. Sein schnauziger Kollege lacht mit. Ich werfe ihnen einen wütenden Blick zu, kann mir aber eine Antwort verkneifen. Wir steuern einen Platz in der Nähe des Schwimmbeckens an. Dort breiten wir uns aus, mit Picknick-Decke, einem Badetuch (Kinder, Renate), bzw. zwei Badtüchern (ich) und Zeltmuschel (ich).

«Was soll der Velo-Anhänger in der Mitte?», fragt Renate.

«Da können alle gut ran», argumentiere ich.

«Hat ja eh nur Sachen von dir drin», meint mein Sohn und zwinkert mir zu. Was denkt er denn? Und warum blinzelt er?

Mürrisch ziehe ich den Wagen an den Rand. In meine Nähe. «Besser so?»

Nun fische ich die Sonnencreme aus meinem Rucksack. 

«Kinder», rufe ich, «vergesst nicht, euch tüchtig einzucremen!» Warum nur fühlt sich die Creme anders an als sonst?

«EINSEIFEN, meinst du?», fragt mein Sohn höhnisch.

«Warum? Was glotzt du mich denn so blöd an?»

«Ich glaube, du hast die Rasierseife mit der Sonnencreme verwechselt», grinst er und zeigt auf mein Gesicht. 

Ich wische mit dem Zeigefinger über mein Gesicht und halte das Ergebnis vor mein Gesicht: Tatsächlich! Entsetzt nehme ich die Tube und schaue sie mir genauer an. Genau dieselbe Form! Ganz ähnliche Farben! Vom selben Hersteller! Und eine höllisch kleine Schrift. Auf Englisch! Habe wohl gedacht, dass «soap» auf Deutsch Creme heisst. Oder wohl eher: nicht genau hingeschaut. Ich will die Seife mit dem Badtuch abwischen. 


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