Was soll denn das wieder heissen? Ich mache ein Geschrei um ein paar lumpige Minuten Staub saugen? Du hast doch gehört, wie das war: Ersatzschlauch im Internet suchen, mit TWINT bezahlen… Aha, du meinst die Arbeit selbst. Kommt halt drauf an. Wenn meine Frau nicht da ist, eine halbe Stunde. Wenn sie da ist, habe ich viel länger. «Vergiss ja nicht die Ecken», sagt sie dann. OK, dann schaue ich halt auch in die Ecken. Vielleicht nehme ich sogar das Rohr weg und sauge wirklich in der Ecke, nur mit dem Schlauch. Ist aber mühsam. Nachher musst du das Rohr wieder ansetzen. «Hast du auch vorher den Staub abgewischt?», fragt sie mit strengem Blick. «Äh, ja, weiss nicht mehr… Glaub nicht.» Also besser schnell mit einem Lappen drüber wischen. Denn besser lautet die Antwort: «Ja, hab ich gemacht.» «Warum hat es dann Staub auf dem Nachttisch?»
«Muss sich schon wieder angesammelt haben…»
«Und wie kann das sein?»
Stirnrunzeln meinerseits. «Eventuell als ich den Staubsauger gewendet habe. Da hat er mit der Abluft neuen Staub auf den Nachttisch gewirbelt…»
«Ich glaube, du wendest mehr Zeit für Ausreden auf, als für das Staubsaugen! Hast du auch alle Kissen vom Diwan genommen?»
Uiii! Gefährliche Frage! Wenn ich ja sage, kommt sicher drunter irgendwas zum Vorschein. Wenn ich nein sage, habe ich meine Arbeit nicht sauber ausgeführt. «Hab ich glaub’s vergessen…»
«Dann mach das doch noch. Und die Stühle in der Küche? Abgewischt und unter dem Tisch gesaugt?»
Ich stosse die Luft lautstark aus.
«Was ist?»
«Du bist schlimmer als mein Chef!»
«Wenn man eine Arbeit macht, sollte man sie gut machen», belehrt sie mich.
«Du hast ja recht, Schatz», sage ich, «aber…»
«Nur noch die Wäsche. Denk an dein Bierchen», ermuntert sie mich.
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