Hygiene? Ui, da hat sich vieles verändert. Früher… wie bitte? Du willst nicht immer von früher hören? Das sei typisch für alte, weisse Männer? Hallo! Ich bin nicht alt! Kaum 50! Jaja, ich beruhige mich. Also früher, da haben wir uns bloss zwei-, dreimal pro Woche geduscht. Und in der Schule sogar in Unterhosen! Und auch nur, wenn der Lehrer kontrollieren kam. Nein, eine Lehrerin kam nie kontrollieren! Die haben nur an die Türe geklopft und gerufen: «Denkt ihr bitte auch ans Duschen?», und wir haben gegrölt: «Ja, Fräulein Lehrerin!», hahaha! Ob wir…? Ja, ans Duschen haben wir gedacht, hahaha! Unser Oberstreber hat sich jeweils sogar die Haare nass gemacht!
Wann sich meine Einstellung verändert hat? Lass mich mal nachdenken. Also die Cornelia – meine erste Flamme, muss du wissen – die habe ich 1989 kennen gelernt. Aber nach den ersten Küssen ging’s nicht weiter. Sie hat die Nase gerümpft. Aus den Sofa-Szenen in meinem Kopf wurde nichts. Sie hat mir unmissverständlich mitgeteilt, dass ich Mundgeruch hätte (vom Rauchen), Deo benötige (Angstschweiss) und meine Käsefüsse meilenweit stänken (ausgelatschte Schuhe, keine neuen Socken an diesem Tag). Da bin ich tief in mich gegangen. Von da an habe ich meine Mundhöhle besser gepflegt und Geld in Deos und frische Socken mit Silberfäden investiert. Die Silberfäden? Sollten Bakterien im Keim ersticken. Sagte damals die Werbung! Da ich Werbung nur bedingt vertraue, habe ich meine Füsse seit jenem Erlebnis trotzdem jeden Abend gewaschen.
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