Ich schaue Claudia entsetzt an.
„Kann denn dein Karl kochen?“
„Wir haben ein Rezeptbuch. Soll er es halt lernen. Schadet ihm nichts, wenn er es nach fünfzehn Ehejahren auch lernt.“
„Und putzen?“
„Schon vergessen? Wir haben doch Robbie zwei. Der saugt alles.“
„Schon. Aber abstauben?“
„Oooch… Das kann ein paar Wochen warten. Dann lohnt es sich auch wieder wirklich.“
„Aber deine Wäsche…“
„Habe ihm extra einen dreiteiligen Wäschesack genäht. Mit Anschrift! Links 30°, Mitte 40° und rechts 60°. Das sollte für einen Monat genügen.“
„Aber da geht doch nie im Leben eine ganze Maschine hinein!“
„Dummerchen“, tadelt mich Claudia, „im Keller habe ich doch drei grosse Plastik-Becken. Die sind ebenfalls angeschrieben.“
Ich staune. „Da hattest du ja voraus einen Riesenaufwand.“
Sie lächelt. „Dafür lernt es jetzt der Karl wie von selbst.“
Mir fällt etwas ein. Triumphierend sage ich: „Aber den Einkauf, den kriegt er doch nie im Leben hin!“
„Irrtum, meine Liebe! Unser Kühlschrank ist mit dem Internet verbunden. Wenn etwas fehlt, stellt er eine Einkaufsliste zusammen. Dank Gerda brauchen wir ja auch kein Brot, da wir selber welches backen. Die Bestellung wird dann pünktlich ausgeliefert, jeweils am Dienstagabend.“
Ich staune. Wohl deshalb sehe ich Claudia so selten beim Einkaufen!
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