Neues von Frau Wunderlich, Schmetterlingstheorie

Ich bin bei Nicole zum Café eingeladen. Sie seufzt.

„Was ist mit dir? Läuft es nicht so, wie du es gerne hättest?“

„Eigentlich hätte ich keinen Grund, unzufrieden zu sein.“

„Aber?“

„Es geht nicht so schnell, wie ich erhofft hatte.“

„Mit deinem Arzt?“

„Ja. Er ist nett. Er ist aufmerksam. Und er sieht toll aus.“

„Aber?“

„Wir haben uns noch nicht einmal geküsst.“

Ich staune. Nicole ist doch sonst forsch und selbstbewusst.

„Mach halt den Anfang!“

Sie schaut mir in die Augen.

„Ich habe Angst davor.“

„Warum?“

„Ich habe da so eine „Männer-Theorie“. Vielleicht stimmt sie ja nicht, aber…“

Da bin ich ja gespannt! Bisher war mir eher, Nicole sei auf der praktischen Seite!

„Erzähl schon!“, sage ich deshalb. 

„Nun, Männer sind wie Schmetterlinge.“

„Du meinst, etwas flatterhaft?“

„Ich meine eher, wie die Entwicklung der Schmetterlinge: Am Anfang können sie nicht genug kriegen und fressen und fressen…“

„Irgendwie unersättlich“, grinse ich.

„Genau! Und man wundert sich, wohin die eigene Liebe verschwindet! Ich meine, im Grunde genommen wollen sie sich einfach sicher sein, dass du sie liebst… Sie wollen Küsse, Streicheleinheiten und dann möglichst schnell Sex.“

„Und die restlichen Stadien des Schmetterlings?“


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