Neues von Frau Wunderlich, Katze 2

Ich komme nicht draus. Gerda wirkt doch fröhlich, aber ihr Mann hat ihr eine Katze untergejubelt. Da müsste sie doch eigentlich ärgerlich sein?

„Jetzt sag mir aber: Warum bist du so gut gelaunt, obwohl dir Rolf eine Katze statt einem Hund nach Hause bringt?“

Sie lächelt. „Zuerst muss ich dir erzählen, WESHALB er die Katze bekommen hat. Das war nämlich so:“

„Aber Gerda, die kurze Version. Ich habe nämlich nicht viel Zeit.“

„Schon gut, schon gut. Mein Mann – also der Rolf – geht kürzlich beim Bauern vorbei, weil der hin und wieder günstig kleine Welpen abgibt. Er fragt ihn, ob es gerade günstig sei. Der Bauer sagt, Rolf sei sein Glücksfall. Er habe tatsächlich etwas für ihn.“

„Da komme ich nicht mit. Ich dachte, Rolf kauft einen Hund für DICH, nicht eine Katze für SICH?“

„Wart’s ab. Rolf will also das Hundchen sehen. Der Bauer schmunzelt und führt ihn in die Scheune. Dort liegt auch der alte Hund – besser gesagt die Hündin. Aber keine herzigen, kleinen Hundeli, sondern ein Kätzchen. Und noch eines. Und sogar noch ein drittes. Rolf macht grosse Augen. ‚Das sind aber eigenartige Hundchen‘, sagt er zum Bauern.“

Ich schaue auf meine Uhr, auch wenn ich weiss, dass diese Geste bei Gerda nicht ankommt. 


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