Heute mache ich mich früh auf den Weg, sobald die Kinder Weg sind, denn ich möchte zügig voran kommen in meinem Haushalt. Schliesslich gibt es viel zu tun, wenn der Frühling naht! Bin also tatsächlich gut unterwegs, schon kurz nach acht Uhr am Einkaufen.
Aber da macht das Schicksal einen dicken Strich durch meine Rechnung. In der Form von Gerda. Wie zum Teufel schafft sie es schon am Eingang auf mich zu warten?
„Hallöchen!“, ruft sie ganz ausgelassen. „Ich muss dir das Neueste erzählen!“
‚Das Neueste‘ von Gerda kenne ich: Meist eine laue, uninteressante Geschichte, die sie mit viel heisser Luft, aber wenig Inhalt füllt.
„Oh, guten Tag, Gerda, das ist jetzt ein wenig ungünstig…“
„Also der Rolf – ich meine mein Mann – der wollte ja schon lange eine Katze. Aber ich gar nicht. Weil, die machen ihr Geschäft immer im Garten. Und dann ist mein Bio-Gemüse nicht mehr ganz Bio, wenn du weisst, was ich meine.“
„Äh, Gerda: Heute bin ich etwas in Eile…“
„Jetzt kommt doch neulich der Rolf – du weisst schon, mein Gemahl – heim und fragt ganz unschuldig, ob ich das Muster von der Katzennahrung noch hätte, das kürzlich mit der Werbung im Briefkasten gelegen habe. Ich sagte nein, das sei sowieso nur für Katzen mit Diabetes gewesen. Darauf er: ‚Na, dann bekommt sie halt einen Cervelat von mir.‘ Ich war einen Moment lang sprachlos.“
„Du Gerda, könntest du mir die Geschichte bei Gelegenheit fertig erzählen, ich sollte nämlich…“
„Ich sage dann zu ihm: ‚WER soll deinen Cervelat bekommen?‘ Darauf er: ‚Nicht MEINEN, sondern EINEN Cervelat! Der ist für die kleine Mietze vom Bauern am Dorfrand.‘ Ich fauche ihn an: ‚Mir kommt keine Katze ins Haus, das weisst du! Die macht Dreck in meine Gemüse-Beete!‘ Da grinst mich der Kerl doch an und sagt tatsächlich: ‚Sie ist schon im Haus, in einem Katzenkorb beim Eingang!‘ Fassungslos schaue ich ihn an.“
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