Gerda schaut mich mit ernsten Augen an.
„Dann bleibt zum Beispiel fürs Klo noch Essig.“
Ich protestiere. „Aber der riecht doch so penetrant!“
„Z, z, z“, macht Gerda. „Lieber Essiggeruch als süsslich-stechendes Parfüm! Anschliessend kannst du ja gleich noch lüften, das machen die meisten Leute auch zu wenig.“
„Aber Glasreiniger für den Spiegel, das brauchst du doch auch, oder?“
„Oh nein! Das schadet der Spiegelfläche. Der Spiegel wird so schnell trüb! Am besten bloss mit einem feuchten Tuch abreiben.“
„Ehrlich? Dann kann das sogar mein Mann.“
„Dein Mann? Du hast doch gesagt, ausser zum Staubsaugen sei er für nichts zu gebrauchen?“
Fühle mich ein wenig schuldig. Habe ich so schlecht von ihm geredet?
„Nun ja, am liebsten macht er schon Aufgaben, die er mit einer Maschine erledigen kann.“
„Zum Beispiel mit der Waschmaschine?“
Gerda lauert auf meine Antwort. Jetzt muss ich aufpassen, was ich sage, sonst ist ihre vorgefasste Meinung bestätigt.
„Schau, beim Waschen geht es um einen vielstufigen Prozess…“
„Wie bitte? Wäsche in die Maschine, und los geht’s!“
„Nicht doch! Wäsche vom Schlafzimmer in den Wäschekorb. Weiter geht’s in die Waschküche. Dann sauber trennen nach Farbe und Temperatur. Erst zuletzt in die Maschine.“
Gerda seufzt.
„Jetzt, wo du es sagst, ahne ich, wo der Haken ist.“
„Nämlich?“
„Nehme an, beim Sortieren.“
„Richtig. Und warum?“
Gerda grinst. „Dann müsste dein Mann ja lesen können.“
„Das kann er…“
„…aber am besten das Aktionsschild der Bier-Reklame!“
„Hat etwas“, lache ich nun auch, „schwierig ist halt das Kleingedruckte!“
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