Gerda schaut mich unsicher an. Als wüsste sie nicht, ob sie mir ein Geheimnis anvertrauen solle oder nicht. „Ich habe die Eisläuferinnen gesehen und mich gefragt, ob ich überhaupt noch Schlittschuh fahren kann. Früher habe ich es vorwärts und rückwärts gekonnt. Na ja, rückwärts nicht gerade super, aber es ging. Sogar um Kurven. Und eine Pirouette konnte ich. Also mindestens ein Kreisli. Und da habe ich mir gedacht…“
„…ob du auch bei den olympischen Spielen mitmachen könntest?“ Ich kann mir diese kleine Provokation nicht verkneifen.
„Blödsinn! Ob ich es nicht wieder einmal versuchen sollte? Das war immer so ein schönes Gefühl, über das Eis zu gleiten und sich leicht und luftig fühlen, wie ein Vögelein!“
„Das steht dir ja frei, kannst jederzeit auf die Kunsteisbahn gehen…“
Sie verschränkt beschämt die Arme. „Da gibt es bloss ein kleines Problem…“
„Was denn?“
„Da müsste ich ja Schlittschuhe haben.“
„Die kann man bestimmt kaufen. Oder ausleihen.“
„Und halt Wintersachen. Dass ich nicht erfriere.“
„Du wirst ja wohl eine Winterjacke, einen Schal und Handschuhe haben. Zur Not kannst du dir ja Thermohosen kaufen.“
„Nicht doch! Ich will doch nicht wie ein ausgestopfter Schneemann aussehen!“
„Wer will das schon? Aber wenn du eine bis mehrere Stunden draussen bist, müsstest du dich ja schon warm anziehen.“
„Ach, du verstehst es noch nicht ganz…“
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