Neues von Frau Wunderlich, Eiskunstlauf

Als ich vom Einkauf komme, laufe ich Gerda in die Arme. Warum bloss werde ich das Gefühl nicht los, dass sie mir abgepasst hat? Dabei habe ich doch den weniger frequentierten Ausgang genommen, weil sie sonst häufig am Haupteingang wartet. Hat sie mich schon länger beobachtet? Irgendwie unheimlich! Komme mir vor, wie in einem Agentenfilm.

„Zum Glück habe ich dich endlich einmal gesehen“, beginnt sie die Unterhaltung. „Du weisst doch, es ist zurzeit Olympiade…“

„Du meinst: Olympische Winterspiele“, berichtige ich. „In Mailand und Cortina d’…“

„…jaja, du weisst es natürlich wieder einmal besser. Aber neulich habe ich da – also im Fernsehen – den Frauen zugeschaut. Beim Eiskunstlauf.“

„Und nun bist du froh, dass das Schweizer Fernsehen diese Sportart übertragen hat und gehst am 8. März mit einem ‚Nein‘ zur Halbierungsinitiative an die Urne?“, frage ich.

„Was? Wie? Die wollen das Schweizer Fernsehen halbieren?“

„So ähnlich. Der Beitrag der Konsumentinnen und Konsumenten soll auf 200 Franken im Jahr reduziert werden.“

„Und was fällt da weg? Schwingen? Tatort? Oder was?“

„Ich nehme an, vor allem das Unwichtige. Also Regionales. Und Teures. Zum Beispiel Eigenproduktionen. Und vielleicht auch Eiskunstlaufen.“

„Gut, Regionales könnte ich ja noch auf Tele M1 schauen… Aber ich meinte etwas ganz anderes…“

„Nämlich?“


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