„Ach woher! Da gönn‘ ich mir zum Kaffee ein Stück Schwarzwäldertorte!“
Mir fällt fast die Kinnlade herunter. Gerda isst sonst nur Vollwertkost.
„Nicht möglich!“
„Doch, doch! Wenn mich Rolf schon einlädt…“
Wusste gar nicht, dass Rolf ein Gentleman ist. Gut, am Valentinstag kauft er Gerda eine Rose. Oder auch mal eine Dose – mit Schokoherzen drin. Halt das, was seine Kumpels ihren Ehefrauen kaufen.
Ich schaue auf die Uhr. Gerdas Geschichten geben meist nicht so viel her.
„Na, gut, Gerda, war schön dich zu sehen…“
„Moment! Ich habe ja noch gar nicht angefangen! Und ich brauche deine Meinung!“
„Gut, dann stell die Frage. Fünf Minuten geht eventuell noch.“
„Aber… Ich muss dir doch zuerst die Ausgangslage schildern! Also, da ist neben den eigentlichen Resturant-Tischen eine Bar, so mit schweren, schwarzen Hockern. Kannst du dir das vorstellen?“
„Na, klar. War schliesslich auch schon in einer Bar. Bring’s auf den Punkt, Gerda!“
„Die Kellnerin ist schlank, hat eine Schürze umgebunden, die langen Haare hochgesteckt. Aber nicht so ordentlich, eher wild, also, wie wenn sie vom Motorradfahren käme und den Helm soeben ausgezogen hätte…“
„Gerda! Ist das wichtig für die Geschichte?“
„Da kommt ein älterer Mann, Figur Freizeitkapitän, und in seinem Fahrwasser eine ebenfalls ältere Dame. Sie hat ihre schulterlangen Haare hexenrot gefärbt und trägt einen kurzen Rock, schwarze Strümpfe und kniehohe Stiefel…“
„GERDA!“
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