Gerda steht vor dem Einkaufsladen. Warum nur habe ich das Gefühl, dass sie mir abgepasst hat? Vielleicht, weil sie hastig über an ihrem Handy herumdrückt. Das passt nicht zu ihr. Sie benutzt es nämlich fast nie. Weiss nicht, ob sie sich schämt, weil es schon ziemlich alt ist. Jedenfalls behauptet sie, dass sie damit nur noch telefonieren und SMS schicken kann. Und natürlich Fotos mit einer erbärmlichen Qualität. Mit einer Auslösungsgeschwindigkeit eines langsamen Berners.
„Hallo, Gerda…“
„Hey, ich muss dir etwas erzählen!“
„Aber ich habe nicht viel Zeit“, versuche ich den Rahmen eng abzustecken.
„Da fahren wir also neulich wie immer über die Grenze“, beginnt sie.
„Was? Du fährst fortwährend über die Grenze?“, gebe ich mich unwissend.
„Also jeden Sonntag, im grossen Ganzen.“
„Sind denn da die Läden offen in Deutschland?“
„Nicht doch! Wir sind doch keine Einkaufstouristen! Aber Rolf will das so.“
Rolf ist nämlich ihr Mann. Ein bisschen farblos. Ist dabei, wo man so dabei sein muss. Zum Beispiel im Schützenverein. Beim Fähnchen der sieben Aufrechten, quasi.
„Was will er denn SO?“
„Halt ein Zvieriplättli. Und einen sauren Most dazu.“
„Und du? Nimmst du das Gleiche?“
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