Neues von Frau Wunderlich, Nachbarn 7

Er schaut mich eindringlich an. So intensiv, dass mir mein Traum wieder einfällt.“

„Und jetzt fragst du dich, ob du dir Gummihandschuhe anziehen und gekochte Kartoffeln schälen sollst?“

Sie winkt ab. 

„Du spinnst ja! Kann mir interessantere Dinge vorstellen, als an den Fingern gelutscht zu werden!“

Aber ich sehe ihr an, dass sie mit dem Gedanken spielt, sich mit dem Zwillingsbruder ihres Nachbarn einzulassen. 

„Auf jeden Fall ist er viel zugänglicher als sein Bruder. Hat sich dazu bereit erklärt, mich höchstpersönlich zur Klinik zu fahren, in der er arbeitet. Und er hat mich auch gleich selbst behandelt, obwohl der Freitag sein freier Tag wäre.“

„Hat es denn schon gefunkt bei euch?“

Sie neigt träumerisch den Kopf. „Also bei mir schon. Er ging so behutsam vor bei der Untersuchung. Er hat so warme, weiche Hände. Und er kann gut zuhören. Seine Kleidung ist viel modischer als die meines Nachbarn. Wenn ich spreche, schaut er mich an und geht auf mich ein. Er…“

„Schon gut! Ich höre es deutlich genug!“

„Was? Wie?“

„Wie du ihn beschreibst, musst du einige Schmetterlinge im Bauch haben!“

Sie grinst. 

„Ich glaube, er mag mich auch. Er hat sich vorsichtig nach meinen Lebensumständen gefragt. Und ob ich ihn zum Dank einmal zu einem Kaffee einladen würde.“

„Funktioniert dein Ablauf denn wieder?“, frage ich unschuldig.

„Das war ja eh nur eine Finte. Und glaub mir, meine neue Kaffeemaschine wird ihn beeindrucken. Da gehen auch Cappuccino und sogar kalte Kaffeegetränke!“


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