„…bisher nichts erzählt. Weil ich es nämlich auch nicht wusste! Sein Zwillingsbruder kam also zu Besuch. Und bevor mein Nachbar ihm etwas erklären konnte, kümmerte sich der Zwilling bereits zum mich. Zu meinem Glück ist der auch noch Arzt. Hat also sofort erkannt, dass ich Hilfe brauchte. Er hat seinen Bruder angerufen und ihn gebeten, ihm die Türe aufzumachen. Damit er mich ins Haus tragen konnte…“
„…und dich auf sein Bett legen konnte.“
Nicole schmunzelt. „Gut kombiniert, Watson! Ich erwache also. Schaue zuerst an die Decke. Da hat mein Nachbar doch tatsächlich Sterne an die Decke geklebt. Er erklärt mir später, dass sie nachts leuchten, weil er sie jeden Abend mit einer Taschenlampe auflädt. Ich blicke an mir herunter und entdecke meine neuen hohen Stiefel. Sie liegen mit meinen Beinen auf der Bettdecke. Dann entdecke ich neben dem Bett meinen Nachbarn. Aber etwas irritiert mich: Seine Augen sind blau, und nicht grün.
‚Seit wann trägst du blaue Kontaktlinsen?‘, frage ich ihn deshalb. Der Kerl wird rot und antwortet: ‚Ich trage keine Kontaktlinsen. Meine Augen sind von Natur aus blau!‘
Jetzt bin ich völlig verwirrt und versuche aufzustehen. Aber mein rechtes Bein tut höllisch weh.
‚Bleiben Sie nur liegen‘, sagt er. ‚Erlauben Sie mir, Sie zu untersuchen.‘
Ich zucke etwas zusammen, aber er versichert mir, er sei Arzt.
‚Seit wann bist du Arzt?‘
‚Seit wann duzen wir uns?‘, fragt er zurück.
‚Aber du bist doch mein neuer Nachbar.‘
Er lacht. ‚Ach deshalb! Sie verwechseln mich. Ich bin der Zwillingsbruder Ihres neuen Nachbarn!‘
Jetzt begreife ich. Er öffnet behutsam meinen rechten Stiefel und zieht ihn sanft aus.
‚Können Sie den Fuss nach links und rechts bewegen?‘
Es tut höllisch weh.
‚Das Bein ist gebrochen‘, sagt er, ‚Sie müssen in ein Spital. Ich fürchte, es ist kein einfacher Bruch. Aber keine Sorge. Mit den heutigen Möglichkeiten können Sie bereits in ein paar Tagen wieder gehen. Natürlich mit Stöcken.‘
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