„Natürlich wurde ich etwa laut! Seit zwei Jahren ist er in meinem Unterricht, und ich habe ihm das sicher mehrmals erklärt: Möglichst nah am Rand arbeiten!“
Als er das nächste Mal zu Leon geschaut habe, sei dieser im Begriffe gewesen, mit der Schere an einer Steckdose herum zu werkeln. Da habe er ihn am Oberarm gepackt und aus der Gefahrenzone der Stromquelle weggerissen.
Im Gespräch mit Leon war der Knabe schliesslich bereit, die Aussagen des Lehrers zu bestätigen. Er fände es halt lustig, den Lehrer zu provozieren. Und er habe sehen wollen, ob die Sicherung ‚rausfliege, wenn er die Schere in die Steckdose halte.
Ob der Werklehrer sie nicht auf die Gefahren des elektrischen Stromes hingewiesen habe, wollte Alfons wissen. Der Junge überlegte. „Doch, eigentlich schon.“
„Und da ist es dir egal, wenn du einen elektrischen Stromschlag abkriegst?“
Der Schüler zuckte die Schultern. „Der Luigi, der auch hier zur Schule ging, macht eine Elektriker-Lehre. Der sagt, das gehöre ein bisschen dazu, dass man ‚mal einen Kurzen verursacht. Es sei nicht so schlimm.“
Alfons konnte nur seinen Kopf schütteln. Wahrscheinlich war ein ‚Runder Tisch‘ nötig, mit Schulsozialarbeiter, Werklehrer, Eltern und ihm. Er würde sich Gedanken machen müssen über mögliche Massnahmen.
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