„Mit deiner Mutter?“, frage ich Claudia.
Sie schaut mich erschrocken an. „Also mit Uschi halt…“
Ihre Mutter will lieber mit Uschi angesprochen werden. Zuweilen vergesse ich das. Ist auch lustig, dass sie zusammenzuckt, wenn ich ‚Mutter‘ sage.
„Sie wollte eine neue Winterjacke. aber nicht aus dem Internet, hat sie gemeint. Die könne man ja gar nicht anprobieren.“
„Von wo denn sonst?“, frage ich. „Aus dem Modehaus etwa?“
„Genau. Sie will die Jacke in der Umkleidekammer genau untersuchen. Aber nicht in der Schweiz. Hier sei alles überteuert.“
„Aha. Und daher seid ihr nach Deutschland gefahren. Über die Grenze.“
„Genau.“ Sie lächelt gequält.
„Keine gute Idee?“
„Wenn du wüsstest!“, seufzt Claudia. „Da verlierst du so viel Zeit! Die Uschi probiert erst Mal. Du gehst also von Geschäft zu Geschäft und von Boutique zu Boutique. Zuerst soll ich ihr nur den Mantel, dann auch den Schal, später noch die Handtasche nachtragen. Dann geht es zurück ins erste Geschäft.“
„Vermutlich, weil da die beste Jacke gehangen hat“, rate ich.
„Nein, überhaupt nicht. Aber Uschi hat vergessen zu fragen, ob es die Jacke eventuell noch in violett statt grün gebe. Oder allenfalls ockergelb.“
„Und?“
„Das Personal ist meist sehr verständnisvoll. Man habe nur die Modelle, die an den Stangen hängen. Wir begaben uns also auf die zweite Runde…“
„Und das regt dich nicht auf? Warum setzt du dich nicht einfach in ein Café und wartest, bis Sie zurückkommt?“
„Ach, weisst du, sie braucht mich zur Beratung. Auch wenn sie nicht auf mich hört. Und ich trage ihr doch die Sachen nach!“
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