„Und du bist sicher, dass er zu Hause arbeitet?“, frage ich misstrauisch.
„Jedenfalls läuft auf dem Salontisch immer der Computer. Daneben liegen jeweils diverse Ordner. Auf dem Bildschirm läuft zwar ein Bildschirmschoner. Aber – wichtig – da liegt keine Game-Konsole rum. Auch kein Steuerrad, Joy-Stick und keine Pistole.“
„Und du gehst da einfach rüber, wenn du etwas brauchst?“
„Was soll das denn heissen: ‚Wenn du etwas brauchst‘? Ich gehe zu ihm, wenn ich mich mal zu Hause langweile.“
Diese Nicole ist vielleicht eine Nummer! Oder ein kleines Miststück? Ich fasse es nicht! Ich brauche, glaube ich, Nachhilfe-Unterricht.
„Wie machst du das denn? Ich meine, was sagst du, damit er dir glaubt? Du bist doch immer so gut organisiert! Wie nimmt er dir ab, dass du etwas NICHT hast?“
„Na, ich bin bei der ARBEIT gut organisiert. Aber was mir im HAUSHALT alles passiert… Ich bin schusselig, das ist kaum zu glauben!“
Sie zwinkert mir mit dem linken Auge zu.
„Zum Beispiel sind mir kürzlich zwei Eier runtergefallen.“
„Das glaub‘ ich nicht!“
Sie geht nicht darauf ein.
„Ich ging also rüber, und der Jürgen – so heisst er nämlich – hat mir doch wirklich zwei Eier aus dem Kühlschrank geholt. Sogar in einen Eierkarton hat er sie gelegt. ‚Nicht, dass unterwegs schon wieder etwas passiert‘, hat er gegrinst. Fragte dann sogar, ob er mir mit der Sauerei helfen könne. Er hätte da auch ein Gerät, um den Boden zu reinigen.“
„Ein richtiger Gentleman, dieser…“
„Jürgen.“
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