Neues von Frau Wunderlich, Der neue Nachbar

Heute treffe ich wieder einmal auf Nicole. Der „Staubsauger“ läuft mir aus dem Haushaltsgeschäft sozusagen in die Arme.

„Na, wie läuft’s mit dem rassigen Arturo?“, frage ich sie gutgelaunt, „seid ihr fit?“

„Ach, hör mir auf mit diesem Latin-Lover!“, fährt sie auf. „Du hättest den kürzlich sehen sollen! Kein Auge hat er für mich gehabt. Aber für die Nachwuchs-Moderatorin vom Regional-Fernsehen hat er Stielaugen gemacht!“

„Entschuldige. Ich dachte, das zwischen euch sei ein wachsendes Pflänzchen – sozusagen.“

Sie schnupft. „Eher eine Eintagsfliege… Muss mich wohl wieder mit dem neuen Nachbarn begnügen.“

„Ein neuer Nachbar?“, frage ich dümmlich. 

Sie seufzt. „Nun ja, nicht mehr ganz taufrisch. Ist immerhin auch schon wieder einige Monate her. Er kam, und hat sich nett vorgestellt.“

Sie schliesst träumerisch die Augen. 

„Hat dann noch gesagt, wenn ich etwas brauche, könne ich ja bei ihm vorbeischauen.“

„So direkt?“

„Natürlich im Haushalt. Nicht so, wie DU so denkst!“, sagt sie entrüstet. 

Das hat sie absichtlich gemacht, jede Wette!

„Wie sieht er denn aus?“

„Na, ganz passabel: gross, athletisch, blond… Nicht mal so übel. Aber ich habe noch nicht herausgefunden, was er arbeitet.“

„Wie willst du denn etwas für den Haushalt holen, wenn er arbeitet?“

„Das ist ganz einfach: Er arbeitet im Home-Office. Ich läute, und wenn er Zeit hat, öffnet er. Also eigentlich immer.“


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