Ich bin gerade mit dem Einkauf in der Stadt fertig. O je! Gerda hat mich entdeckt. Sie kommt zügig näher. Muss mir möglichst schnell eine Ausrede einfallen lassen. Womit habe ich mich letzthin loseisen können?
„Hallo! Hast du schon alle Weihnachts-Guetsli durch?“, fragt sie atemlos.
„Dieses Jahr mache ich, glaube ich, gar keine.“
„Das geht jetzt aber gar nicht! Meine Mutter macht 17 Sorten. Da kann ich nicht zurückstehen und muss mindestens zehn hinkriegen.“
„Wer soll denn die alles essen?“, frage ich.
Ach ja! Vielleicht sollte ich wieder einmal zum Zahnarzt. Das lässt sich nicht verschieben.
„Halt die Verwandten. Und die Bekannten. Dann die Nachbarinnen. Und natürlich die Frau, die jeden Tag die Zeitung bringt. Auch der Briefträger. Und…“
„Wenn ich nur schon an den Zucker denke. Da fällt mir gerade ein…“
„Ach, das Bisschen Zucker! Sind doch sonst viele gesunde Dinge drin.“
„Zucker? Gesunde Dinge? Ein BISSCHEN? In den Zimtsternen ist ja fast nichts Anderes drin als Zucker. Und dann wallst du sie auch noch auf Zucker aus!“
„Na gut. Aber Mailänderli… Da ist doch das meiste drin gesund!“
„Du Gerda… Ich sollte. Ich habe nämlich noch einen Termin…“
„Oder Haselnuss-Nestli. Mit Johannisbeer-Gelee…“
„…beim Zahnarzt…“
„Oder Chräbeli…“
„…habe da hinten“, ich zeige auf die linke, obere Backe, „glaub’s ein Loch…“
„Aber vielleicht hast du es lieber exotisch: Kokosnuss-Makrönli?“
„…wenn da Zucker drauf hinkommt, feuert es!“
„Du hörst mir ja gar nicht zu“, beklagt sich Gerda.
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