«Ist denn die Uschi nicht mitgefahren?»
«Nein. Sie hat zu Ernst gesagt, da brächten sie keine zehn Pferde hin. Vor allem, weil er erwähnt hat, dass es eventuell nach Schmieröl riechen könnte. Meine Mutter ist so empfindlich auf Gerüche, das weisst du doch.»
Dass sie das erwähnt hätte, daran kann ich mich nicht erinnern.
«Und, was hat Ernst nachher erzählt?»
«Du kennst ihn doch… ER fand natürlich alles toll.»
Stimmt! Uschi hat ihren Mann gut erzogen. Er muss sie immer positiv bestätigen. Sonst…
«Erzähl schon!»
«Meinem Vater gefällt halt so Pomp: Die rollen doch tatsächlich einen roten Teppich aus, kaum dass das Gefährt zum Stillstand gekommen ist.»
«Das nennt man Stil, Claudia!»
«Dann wollte mein Vater ein Foto vom Zug machen. Aber das ging nicht.»
«Waren die Lichtverhältnisse im Bahnhof schwierig?»
«Nein, nein. Da gab es so Lokomotiv-Freaks, die haben hunderte von Fotos geschossen. Mit sich und nur mit dem Triebzug. Endlich konnte mein Vater im vorderen Teil einsteigen.»
«Und? Wie war die Fahrt? Wo ging’s hin?»
«Ha, zum Glück ist die Uschi nicht mitgefahren! Da war nämlich die ganze Clique von seinem ehemaligen Betrieb. Ernst hat auch gesagt, dass es draussen schon dunkel war. Also konnte er nicht sehen, wo sie durchfuhren. Und später hat er eh nichts mehr mitbekommen…»
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