Neues von Frau Wunderlich, Uschi

Claudia hat sich gekleidet wie immer: Ein Jupe in einer nichtssagenden Farbe, ein beiges Oberteil und eine braune Strickjacke. Die bequemen Schuhe könnten von der Firma sein, die meint, sie sei mit der Urbevölkerung der Schweiz verwandt. 

«Die Uschi», sagt Claudia, «ist nicht mehr dieselbe. Seit sie pensioniert wurde.»

«Wer ist das: die Uschi?»

«Na, meine Mutter. Die hatte das Gefühl, sie könnte Alzheimer haben. Oder mindestens dement werden. Das beschäftigt sie nun Tag und Nacht. Ob das ansteckend ist?»

Aha! Von der Mutter hat Claudia all diese eingebildeten Krankheiten! «Nachdenken über Probleme?», frage ich. «Ich glaube kaum, dass das ansteckend ist. Aber trotzdem tun das viele Leute.»

«Nein, ich meine doch Alzheimer!»

«Das glaube ich auch nicht.»

«Jedenfalls hat die Uschi damals gelesen, dass eine gesunde Ernährung wichtig sei. Sie hat zuerst mit einer Kohlehydrat-Fastenzeit begonnen. Dazu gehörte auch das Glas Rotwein, das mein Vater jeden Abend trank.»

«Vermutlich wurden dann Halbfertig-Produkte gestrichen.»

«Convenience Food, genau. Und weil das so viele Rüstabfälle gab, musste mein Vater zwei Kompost-Haufen anlegen.»

«Bin schon gespannt, wie’s weiter ging.»


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