Neues von Frau Wunderlich, Zugfahrt 2

«Wo warst du denn? Habe dich nirgends gesehen.»

«Ich brauchte so lange beim Einkaufen», sage ich. «Als ich endlich alle Lebensmittel von der Liste in meinem Einkaufswagen habe, suche ich mir also einen Weg an schwatzenden Rentnerinnen vorbei zur Kasse. Ziehe dabei einen Umweg um ein Regal herum vor. Komme danach zum Glück nicht allzu schnell um die Ecke. Ups! Steht doch eine Schlange vor der Kasse! Irgendwann sollte ich mal Self-Check-Out probieren.»

«Was ist denn das?»

«Na, weisst du, wenn du an einer Station deine Artikel selbst einscannst!»

«Und weshalb war denn da eine Schlange? Also um acht Uhr morgens ist nie eine Schlange!»

Ich verdrehe die Augen. «Ich schaue also zum Kiosk des Grossverteilers. Dort unterhalten sich zwei Verkäuferinnen, die nichts zu tun haben. Das ist wieder typisch! Gutes Personal würde eine Anhäufung an der Kasse bemerken! Jetzt hält doch die eine der anderen ihre linke Pfote unter die Nase. Da hängen mindestens drei Zentimeter lange Krallen über die Finger. Sie erwartet offensichtlich ein Kompliment für ihre künstlichen Nails.»

«Pfui Teufel! Damit könnte ich nicht arbeiten!»

«Ist halt heute modern. Dafür geben die Girls viel Geld aus! Ich blicke also rüber zur Blumenabteilung. Auch da steht eine untätige Verkäuferin. Könnte sie nicht an der Kasse aushelfen?»

«Geht doch nicht! Das ist eine Floristin. Die weiss womöglich gar nicht, wie man eine Kasse bedient!»

«Jedenfalls stehen hinter der Kasse nun schon sechs Personen an. Und die Seniorinnen haben den Schwatz auch beendet und möchten zahlen. Während dessen diskutieren hinter dem Gestell, vor dem ich stehe, zwei Verkäufer. 


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