Neues von Frau Wunderlich, Operette

So ein Abend in der Operette ist himmlisch. Aber was das für Vorbereitungen braucht! Zuerst einmal habe ich festgestellt, dass ich keine Strümpfe mehr habe. Also passende Strümpfe. Ein ganzes Regal habe ich vorrätig, aber da muss alles stimmen: Genug dünn, die Passform, elastisch – ich hasse es, wenn an meinen Beinen Rümpfe knittern – die richtige Farbe…

Da mein Mann das Auto heute unbedingt brauchte, nahm ich halt das Fahrrad. Fahre also in die Stadt und benutze ein enges Strässchen. Vorsichtig und langsam steure ich auf eine Kurve zu. Ohne Vorwarnung donnern plötzlich zwei schwere Motorräder an mir vorbei. Wobei – donnern ist das falsche Wort. Das ist es ja eben! Ich habe sie nicht kommen hören! Denn die Jungmannschaft, die draufsitzt, steuert ja elektrisch. Das Geräusch wäre also dann eher ein Zischen. So ähnlich wie bei einem Gewitter: Wenn der Blitz eingeschlagen hat, erschrickst du erst beim Donner!

Moment einmal! Ist hier nicht Fahrverbot? Nicht nur für Autos, sondern auch für Motorräder und Mofas? Ich sehe mich um nach dem Schild. Doch, doch! Gilt das nur für Benziner? Dürfte ich also mit unserem Strom-Auto hier durchfahren? Und warum müssen diese Jugendlichen keinen Helm tragen? Sie benutzen doch Fahrzeuge, die wie schwere Töffs aussehen. Und ich habe gelesen, dass schon simple E-Trottinetts bis 110 km/h fahren können, wenn man die Temposperre knacken kann. Mein Mann hat gesagt, das sei ganz einfach. Sogar er könnte das im Internet finden und selbst machen, es sei keine Hexerei.


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