Aus der zweiten Reihe, Leistenbruch 8

Dann endlich geht es vorwärts. Vater wird an das Spital überwiesen und bekommt einen Termin. In drei Wochen! 

Also weiter einkaufen, putzen, Betten machen, Möbel umstellen, Kleinigkeiten flicken. 

Meine Frau macht sich langsam Sorgen. Nicht um meinen Vater, nein. Sondern um mich. 

«Du hast abgenommen», meint sie und klopft mir zärtlich auf meinen Bauch. 

Ich runzle die Stirn und sehe sie an. 

«Mach nicht so ein Gesicht. Geht es dir nicht gut?»

Ich grunze. 

«Was soll das heissen?»

«Ist mir nur langsam ein wenig zu viel. Alle paar Tage zu den Eltern. Mach dies, mach jenes… Da geht so viel Zeit drauf. Habe Kari und Heiner schon ewig nicht mehr gesehen.»

«Du, Schatz, ich hätte da eine Idee…», sagt sie.

Beim nächsten Familienrat fragt Renate: «Wer hätte Lust, wieder einmal Opa und Omi zu besuchen?»

Unsere zwei Kinder schauen sich an. Strahlen nicht gerade, aber sagen immerhin: «OK.»

So etwa mit dem Unterton: «Wenn es sein muss…»

Und so kommt es, dass Renate am Samstag mit den zweien zu meinen Eltern fährt. Die zwei ahnen noch nicht, dass dort ein Haufen Arbeit auf sie wartet! Und ich kann wieder einmal mit meinen Kumpels abhängen. Bei uns zu Hause, ohne dass jemand stört. Mindestens zwei Stunden lang, meint Renate.


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