Die Einkäufe bringe ich knapp in unser Auto. Fahre zu den Eltern, schleppe alles ins Haus und muss dann geduldig ertragen, dass Mutter mir ganz genau Anweisungen gibt, wo ich was zu verstauen habe.
«Die Brote legst du mir in einer Plastiktüte in die Gefriertruhe.»
Bin schon dabei, da sagt sie: «Aber zuerst musst du mir alle in Scheiben schneiden. Wir essen doch in einem Tag kein ganzes Brot! Das würde ja hart werden.»
Lach nicht so blöd! Nach vier Broten habe ich schon einen lahmen Arm vom Schneiden! Und das war erst der Anfang! Der Salami will ebenfalls geschnitten sein. Auch der Kabis muss bearbeitet werden, danach noch der Sellerie. Die Schokolade muss in verschiedene Verstecke gebracht werden, damit Vater nicht schon nach einer Woche schon alle gefunden und gegessen hat. Die Biskuits nimmt Mutter an sich. Sie versteckt sie persönlich an selbst mir unbekannte Orte.
Nun habe ich das Gefühl, alles sei erledigt.
«So, Bub, jetzt noch der Kaffee.»
«Was ist damit?»
«Der muss gemahlen sein.»
Mit der alten Kaffeemühle im Gestell? Gott, hab Erbarmen!
«Echt jetzt, Mutter? Das macht man doch vor jedem Kaffee.»
«Und du denkst, dein Vater macht das? Er klagt schon nur beim Gedanken daran über Schmerzen!»
«Aber da geht doch alles Aroma weg. Zwei Kilo Kaffee!»
«Nicht doch. Du kannst mir Tüten machen und wir vakumieren das!»
Ich kann nur den Kopf schütteln. Doch wenigstens hat Mutter im Kasten noch ein elektrisches Mahlwerk. Nun werden die zwei Kilo gemahlen und in acht Säckli abgefüllt, die Luft entzogen und verschweisst.
«Und nach dem Essen kannst du mir dann noch die Bettlaken und die Bezüge in die Waschküche bringen und die Betten frisch beziehen.»
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