Aus der zweiten Reihe, Leistenbruch 4

Wie? Ein bisschen seinen Eltern helfen? Ein BISSCHEN? Nächstes Mal sagte Mutter am Telefon: «Wenn du schon vorbeikommst, könntest du noch einige Dinge besorgen. Vater kann das nicht mehr nach Hause schleppen.»

«OK. Das mach’ ich gerne.»

«Hast du einen Zettel und ein Schreibzeug?»

«Moment… So, jetzt bin ich bereit.»

«Also: zwei Kilo Kaffee, ein grosser Sack Kartoffeln, Risotto- und Langkornreis, gehackte Tomaten, vier Brote – nämlich: Bauernbrot, Kartoffelbrot, Grahambrot, Vollkornbrot…»

«Moment! Nicht so schnell! Ich glaube, ich brauche nicht nur einen Zettel, sondern einen Block… Also, bin bereit.»

«Dann noch 3 Liter Öl, 6 Liter Essig…»

«Wozu denn so viel Essig?»

«Damit kann ich das Klo am besten reinigen!»

«Aha. Sonst noch etwas?»

«Zwei Salami, 3 Paar Cervelats, 500 Gramm Pouletschnitzel. Und dann Gemüse: 2 Salate, ein Sellerie, ein Kabis, ein Sack Rüebli. Und wenn du schon beim Gemüse und den Früchten bist: Knoblauch und ein Netz Zwiebeln.»

«So viel?»

«He ja, Kühlschrank und Vorratsraum sind leer… Auch die Tiefkühltruhe. Ach ja, bring doch auch noch vier Pizzen mit. Und einen Kübel Vanille-Eis.»

«Ist das schon alles?», entfährt es mir, schon leicht genervt.

«Gut, dass du fragst. Bring doch auch noch zehn Tafeln Schokolade und einige Packungen Biskuits. Du kennst ja deinen Vater: Ist eine richtige Naschkatze.»

Na, dem werde ich… Kenne seine Vorlieben. Ich bringe ihm einfach diejenigen, die er nicht so gerne mag.

«Und denk daran: Keine Schokolade mit Nüssen drin», sagt Mutter, wie wenn sie meine Gedanken hätte lesen können.


Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar