Ich hätte schon lange nichts mehr von meinen Eltern erzählt? Ist nicht so einfach. Sie brauchen im Moment VIEL Energie von mir. Und Zeit. Warum? Dummerweise hatte mein Vater einen Leistenbruch. Ist ja kein grösseres Problem, heutzutage. Aber mit Vater ist es nicht so einfach.
Zuerst einmal wollte er gar nicht zugeben, dass er ein Problem hat.
«Das ist nicht so schlimm», hat er abgewehrt. «Sicher ist morgen wieder alles besser.»
Aber es war bald klar, dass er meiner Mutter immer weniger helfen konnte.
Ja, früher, da waren die zwei ein Team: Mutter wusste, was in die Pfanne gehört, und Vater hat sie auf den Herd gestellt – zwei, drei Mal umrühren – dann hat er sie vom Kochfeld genommen, wenn Mutter gesagt hat, die Zeit sei um.
Nun kann er das nicht mehr tun.
«Das tut weh!», klagt er, und hält seine Hand gegen die Hüfte. Die wölbt sich verdächtig.
«Du musst zum Arzt», sage ich.
«Ich will aber nicht! Die schneiden mich im Spital auf!»
«Da können sie ihm ja gleich auch noch die Prostata rausnehmen, und das Knie- und Hüftgelenk ersetzen», flüstere ich Renate zu.
«Was läuft da?», fragt er misstrauisch.
«Weisst du, Franz», sagt meine Frau, «das geht heute ganz ohne Schmerzen. Du kriegst eine Narkose, die nähen dir ein Netz ein, und in wenigen Tagen kannst du die Schmerzen vergessen.»
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