Das Hundchen sieht es aus einer anderen Perspektive. Es möchte auch lesen. Ich seufze. «Bleib!», sage ich. Gehe dann in den Keller, hole eine alte Decke und lege sie aufs Sofa. Dann klopfe ich mit der Hand auf die Decke. Hektor ist ein kluges Kerlchen. Sofort springt er auf die Decke.
«Braves Hundchen, kriegst auch ein Gutzi.» Hektor verschlingt es in Windeseile.
So sitzen wir eine Weile auf dem Sofa. Ich hoffe, dass er endlich einschläft, denn er legt seine Schnauze auf mein Bein. Die Augen fallen ihm zu. Aber jedes Mal, wenn ich aufstehen will, öffnet er sie wieder und beginnt zu winseln. Seine Schnauze ist wie ein Kontroll-Organ: Fühlt er meine angespannten Muskeln, wird der Hund wach. Irgendwie muss ich ihn überlisten. Oder er muss tief schlafen…
«Schatz!»
Wo bin ich? Wer ruft?
«Schatzi! Der Hund!», tönt es aus dem Schlafzimmer.
Ich gähne. Und versuche, mich zu bewegen. Bin ganz steif und kalt. Wo ist denn der Hund? Liegt ja gar nicht auf dem Sofa. Endlich bringe ich die Augen auf.
«Hektor! Bei Fuss!»
Dann sehe ich die Bescherung. Der Hund sitzt vor der Schlafzimmertüre. Hat wenig davor ein Geschäft gemacht. Und kratzt jetzt an der Türe.
«Böser Hund! Schäm dich!» Wie war das? Hat mir nicht jemand gesagt, man muss dem Tier die Schnauze in sein Geschäft drücken? Damit er es ja nicht noch einmal am selben Ort tut? Ich drücke also dem Hektor seinen Kopf in die Pfütze. Er rennt davon, vertropft den Boden und stupst die Schnauze an die Schlafzimmertüre. Himmeldonnernochmal!
Ich stürze in die Küche und hole einen Lappen, wische die Sauerei auf.
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