Am nächsten Morgen erwache ich. Was heisst Morgen? Mitten in der Nacht! Als ich auf den Wecker sehe, ist es kaum vier Uhr. Was ist das für ein Geräusch? Ach ja, der Hund! Er winselt im Gang.
«Der Hund kommt mir nicht ins Schlafzimmer!», habe ich Renate erklärt. «Wenn er einmal drin ist, will er auch im Bett schlafen, wie wir!»
«Ach was!», hat sie gesagt. «Du musst ihn nur konsequent erziehen, dann bleibt er auf dem Teppich.»
«Soll er doch zu den Kindern gehen!»
«Der Hund merkt doch, wer der Boss ist», gibt meine Frau zu bedenken. «Er will beim Boss sein.»
Ich fühle mich geschmeichelt. Wie bitte? Sie meint nicht mich? Ja, wen denn sonst? WASSS? Du denkst, in unserem Haus ist Renate der Boss? So ein Blödsinn! Ich bringe doch das Geld heim… Wie? Das verstände ich nicht? Und wenn es um die Dreckarbeit geht, muss ich ‘ran! Wie gestern mit dem Abtrocknen des Hundes. Habe sowieso das Gefühl, dass ich die meiste Arbeit mit dem Hund machen muss.
Unterdessen hat der Hund zu bellen begonnen. Kurze, hohe, heissere Laute, wie ein Husten. Dann wieder das klagende Jaulen.
«Schatz! Kannst du mal nachsehen?»
«Ich werde dem Hektor einen Tritt in den Hintern geben, dann ist Ruhe!»
«Ist doch nur ein kleines Hundchen. Der lernt das dann schon…»
Ich ächze und wälze mich aus dem Bett. Als ich die Türe öffne, wetzt der Hund zwischen meinen Beinen durch. Und hüpft aufs Bett. Von dort höre ich kurz darauf einen Schrecklaut.
«Hilfe! Schaaatz!»
Ich mache Licht. Und sehe Hektor, der auf dem Bett vor meiner Frau sitzt, und ihr das Gesicht leckt.
«Komm her, Hektor!», befehle ich. Aber der Hund reagiert nicht.
«Pfui, Hektor», rufe ich, «aus!» Keine Reaktion.
Jetzt werde ich wütend, packe das Tier und bringe es raus, in den Gang, wo er sein Körbchen hat. Gebe ihm auch ein Biskuit. Er frisst es, aber er winselt sofort wieder. Er will wieder ins Schlafzimmer, aber ich mache die Türe zu, hole ihm seine Wasserschale. Aber er will nicht trinken.
Als ich ins Schlafzimmer zurückgehen will, beginnt Hektor wieder zu winseln, dann zu bellen. Also setze ich mich in der Stube aufs Sofa. Nehme meinen Krimi. Sofort ist der Hund auch bei mir. Er will aufs Sofa springen.
«Stopp, Hektor! Du bleibst am Boden.»
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