Aus der zweiten Reihe, Haustier 2

«Na hör ‘mal! Will ICH einen Hund? Sollen die spazieren gehen, die einen Hund WOLLEN!»

«Reg dich doch nicht gleich so auf. Bist ja schon fast so schlimm wie der Heiner.»

«Doch, doch! Wer mehr will, soll dafür auch etwas leisten! Und wer kauft Futter ein? Wer geht zum Tierarzt? Wer mistet seine Hütte aus?»

Sie lächelt. «Da hast du ja schon einige Fragen zusammen für unseren Familienrat.»

Was das ist, unser Familienrat? Das ist so eine Art Übung für das Demokratie-Verständnis. In etwa jede Woche einmal. Also Rat ist vielleicht etwas übertrieben. Sagen wir ‘mal so: Renate gibt den Tarif durch. In der Küche. Wie bitte? Oh, Entschuldigung! Ich meine, sie teilt uns mit, was diese Woche ansteht. Sozusagen eine To-Do-Liste. Und welche Besuche bei wem anstehen. Und welcher Besuch uns beehrt. Natürlich können auch andere Mitglieder der Familie etwas einbringen. In der Regel sind dies eher EINWÄNDE, die unsere Jungmannschaft vorBRINGT, NACHDEM Renate etwas vorGESCHLAGEN hat. OK, vielleicht müsste man eher sagen: Sie hat etwas vorGESCHRIEBEN. Wie ich das meine? Na ja, ihre Liste hat sie doch vorBEREITET. 

Ja, ja, ich kann mich wieder etwas mässigen mit den Betonungen. War halt eine Art Wortspiel…

Bei der nächsten «Sitzung» staune ich nicht schlecht: Sohn und Tochter erscheinen beide mit einem Berg Papier unter dem Arm. Seit wann bereiten sie sich denn vor auf unser Treffen? Was haben sie denn vor? Wenig später erfahre ich es.


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