Aus der zweiten Reihe, Eigenschaften eines Staatsmannes 3

Heiner schüttelt den Kopf. «Nicht dein Ernst?»

«Doch. Könnte ja sein, dass sie NICHT läuft. Dann müsste eine ziemlich korpulente Person – ich nenne jetzt keine Namen, aber die Person hat eine blonde Locke – ja ausnahmsweise mit seiner Frau Treppen steigen. Und wäre danach (mangels Übung) ziemlich ausser Puste.»

«Aber war es nicht sein eigener Bodyguard, der den Notstopp gedrückt hat?», gibt Heiner zu bedenken.

Wir lachen. 

«Gibt es denn sonst noch solche extrem wichtigen Bedingungen?», frage ich. 

«Oh, ja! Gewiss! Als Staatsmann brauchst du unbedingt einen funktionierenden Teleprompter.»

«Was ist das?»

«Ein Gerät, das dir mit einem Bildschirm anzeigt, was du sagen solltest.»

«Da komm’ ich nicht mit», sagt Heiner. «Ich denke, dafür hast du ein Skript oder Notizzettel vorbereitet?»

«Und wenn du jetzt deine Lesebrille vergessen hast? Oder sie aus Eitelkeit nicht aufsetzen willst?»

«Mist!», nicke ich, «da müsstest du ja dann aus dem Stehgreif reden können.»

«Oder dein Kumpel müsste dir alles einflüstern. Aber mit dem hat er sich ja verkracht.»

«Und dazu müsstest du dir vorher Gedanken gemacht haben, und hättest aufs Golfspielen verzichten müssen», nickt Heiner. «Ist schon schlimm, wenn du nicht einfach das ablesen kannst, was dir ein beflissener Berater aufgeschrieben hat…»

Heiner fragt: «War das denn nicht ein Teleprompter von den USA? Ich meine, das müsste ja ein Gerät sein, das seine Sprache versteht…»

Wir prusten los. 

«Was ist denn sonst noch wichtig für einen Staatsmann? Ich meine, bisher hast du nur von Äusserlichkeiten gesprochen.»


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