Aus der zweiten Reihe, Eigenschaften eines Staatsmannes 2

«Wie wäre es denn mit einem Diplomaten?», fragt Heiner.

«Ach, hör auf!», sage ich. «Diplomaten winden sich aus jeder Situation, damit sie keine Entscheidungen treffen müssen. Schau dir doch die Verhandlungen der Schweiz mit der EU an!»

Kari nickt. «Die müssen immer zuerst daheim nachfragen. Und danach kommen National- und Ständerat. Die verändern dann die Vorlage bis zu ihrem Gegenteil. Also: Eine Chance geb’ ich euch noch. Was meinst du?»

Er schaut mich erwartungsvoll an. 

«Also… Von der Bevölkerung aus wäre es doch gut, wenn er Humor hätte.»

Was ist denn? Aha. Ja, ja. Ich habe bis jetzt immer von einem Staatsmann gesprochen. Könnte theoretisch auch eine Staatsmännin sein, stimmt. Aber für die heutige Geschichte… Na, du wirst es ja gleich selber merken. 

Heiner gluckst. «Du meinst Bü… Bü… Bünderfleisch?»

Wir lachen uns fast kaputt. Schliesslich wischt sich Kari mit der Papierserviette eine Träne aus dem Augenwinkel. 

«Tut mir leid, Kollegen: Ihr habt es nicht herausgefunden. Aber ich will nicht so sein, und euch haarklein berichten, was für einen Staatsmann wichtig ist. Ist nämlich kein Geheimnis.»

«Nämlich?»

«Zuerst einmal eine funktionierende Rolltreppe.»


Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar