Aus der zweiten Reihe, Über das Denken 7

Die Frau sass an der Bar. Ob sie schön war? Sagen wir: Sie sah interessant aus. Ich fühlte mich angezogen. Genau! Gut angezogen. War nicht im Pyjama, hahaha! Nein, nein, das war nicht Nelly. Hatte auch keine blonden Haare. Jetzt lass mich doch weitererzählen, Himmeldonnerwetternochmal!

Sie schaut also zu mir hinüber. Ich sehe in ihre Augen. Sie greift in ihre Handtasche und nimmt eine Packung Zigaretten heraus, schaut nochmals zu mir. 

Ich stehe auf, gehe zu ihr und will die Zigarette wie Dick und Doof mit dem aufschnellenden Daumen anzünden. 

«Sie wollen meinem Mann also eine Stelle geben?», lächelt sie.

Oh! Das muss Karis Frau sein! Hab’ nicht gewusst, dass sie so jung ist! Der Kerl ist zu bewundern.

«Äh, nein, ich wollte Ihnen bloss FEUER geben…»

Sie gibt mir ein teures Feuerzeug und bietet nun auch mir eine Zigarette an. 

Wie bitte? Warum es teuer gewesen sein muss? Weil die Diamanten im Licht gefunkelt haben. Und ein Monogramm war so schwungvoll eingraviert, dass man die Buchstaben nicht lesen konnte, darum!

Es bereitet mir Schwierigkeiten, meine Zigarette zu entzünden, denn vorne drauf ist eine Metallkappe. Weil ich sie nicht wegbringe, gibt mir die Frau eine Art Zigarrenschere.

Weil ich ungeschickt damit umgehe, bricht unterdessen der Filter ab. Die Frau lächelt säuerlich.

«Geben Sie schon her!», herrscht sie mich an, nimmt mir die Zigarette weg und steckt sie selbst in Brand. Sie zieht so stark daran, dass in wenigen Sekunden der Tabak verglüht und zu einem Stummel wird. Die Glut droht runter zu fallen. Ich halte meine Hand darunter, damit die Glut der Frau nicht auf das schöne Kleid fällt. Die Glut ist heiss, ich werfe sie auf den Bartresen. Dabei kippt das Trinkglas der Frau um. 


Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar