Aus der zweiten Reihe, Über das Denken 2

«Es ist beim Lesen so: Es braucht drei Stufen, dass du WIRKLICH lesen kannst: Das Erkennen von Buchstaben – lernst du ja hoffentlich in der ersten Klasse. Dann das Erkennen von Worten. Auch das lernst du in der Schule. Und letztlich das Erkennen von dem, was du gelesen hast. Das lernst du lebenslang. Zum Beispiel, wenn Herr Putin von einer Sonderoperation spricht und Krieg meint.»

«Und beim Denken?», fragt Heiner, neugierig geworden. 

«Du kannst ja denken. So ähnlich wie sprechen. Ich denke zum Beispiel: Heute ist schönes Wetter. Zunächst hat das einmal keine Folgen. Die treten erst ein, wenn du WEITER denkst. Zum Beispiel, was das schöne Wetter für dich zur Folge hat. Eventuell, dass ich eine Sonnenbrille brauche, wenn ich nach draussen gehen will. «

«Bin schon auf die dritte Stufe gespannt», sage ich. 

Heiner runzelt die Stirn: «Dritte Stufe?»

«He ja, Kari hat doch beim Lesen drei Stufen ausgemacht!»

«Na klar», fährt Kari fort, «das schaffen halt nicht alle!» Er grinst und haut dem Heiner kräftig auf die Schulter. «Wenn du eben anfängst, WEITER zu denken, dann beginnst du spätestens, wenn dir die Sonne auf den Kopf brennt und du nochmals ins Haus zurückgehen musst, um noch einen Hut zu holen, nächstes Mal zu PLANEN.»


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