«Ich weiss nicht, was sich die Menschen denken», sage ich. «In unserer Firma wird alles liegen gelassen. Wenn ich morgens an meinen Arbeitsplatz komme, muss ich immer öfter zuerst aufräumen.»
«Hehe», grinst Kari, «da bist du ja wohl selber schuld – an DEINEM Arbeitsplatz!»
«Nee, du! Da mache ich immer Ordnung, bevor ich heimgehe. Das sind DIE Leute, die sich bei mir Material oder Werkzeuge AUSLEIHEN. Die schmeissen mir abends einfach alles auf die Werkbank. Und natürlich erst, wenn ich weg bin!»
«Warum holen sie denn bei dir Zeugs?», fragt der Heiner.
«Weil meine Werkzeuge gepflegt und geölt sind – mindestens, bis sie von anderen genutzt wurden und zurückgebracht werden. Und weil man in meinen Kästen alles findet. Da herrscht nämlich ORDNUNG.»
«Aha. Jetzt verstehe ich erst», Heiner legt seine Stirn in Falten. «Mit AUSLEIHEN vorhin meintest du: Da kommen irgendwelche Leute, nehmen Material und Werkzeuge, und im besten Fall kriegst du etwas davon zurück?»
«Im besten Fall kann ich die Werkzeuge noch BRAUCHEN nachher. Und das Material muss ich zurücksortieren. Oder gleich wegschmeissen, weil es unbrauchbar geworden ist.»
«Hehe», grinst Kari, «das ist ganz einfach: Weil bei dir alles Werkzeuge gepflegt werden und du alles aufräumst! Ganz schön praktisch, so ein Selbstbedienungsladen! Muss nächstens auch einmal bei dir vorbeischauen!»
«Ich weiss wirklich nicht, was sich diese Leute denken… Aber wenn ich das nächste Mal einen von denen erwische…»
«Das mit dem Denken ist eben schwierig», meint Kari nachdenklich.
«Warum meinst du?», will der Heiner wissen.
«Das ist wie mit dem Lesen.»
Ich schaue ihn fragend an. «Da komme ich jetzt nicht mit.»
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