«Hast du gut geschlafen?», fragt mich meine Frau beim Frühstück.
Sie wirkt erstaunlich frisch und munter. Was man von mir nicht sagen kann. Ich fühle mich erschlagen, zerknittert und müde. Ich schüttle den Kopf.
«Hab’ schlecht geträumt!»
«Willst du es mir erzählen?»
«Lieber nicht. Sonst ist deine gute Laune dahin.»
Wie bitte? Jaja, du hast recht. Ich hätte gescheiter nichts davon gesagt. Schliesslich MUSSTE ich es ihr erzählen. Ging mir danach auch gleich etwas besser.
«Du solltest wirklich etwas unternehmen», meint sie. «Vielleicht ist der Kari froh, wenn du etwas sagst. Ihr könntet ja auch abwechselnd bei Heiner und dir ein Bier trinken.»
«Das ist nicht dasselbe. Wenn du am Tisch sitzt oder ständig hin und her läufst…»
«Ich kann ja dann mit Nelly abmachen», meint sie. «Und der Heiner, der sollte unbedingt seine Gesundheit im Auge behalten.»
«Er ist ja erwachsen…»
«Aber schreit herum, wie ein Kind im Trotzalter…»
«Ich kann ihn ja schlecht beim Händchen nehmen und mit ihm zum Arzt.»
«Wenn er aber da nicht hingeht, hat er womöglich nächstens einen Herzinfarkt!»
Ich reibe mir die Augen. «Jaja, du hast ja recht.»
«Aber?»
«Das muss ich mir reichlich überlegen. Da muss ich vorbereitet sein.»
Was meinst du? Ja, meine Frau meint es gut mit allen. Weiss auch immer einen Ratschlag. Ich bin im Moment ein Zweifler. Weiss noch nicht, ob ich den Mumm habe, meine Kollegen auf die Probleme anzusprechen. Jedenfalls nicht beide aufs Mal. Muss mir, glaube ich, zuerst Mut antrinken. Wobei: Halt! Stopp! Das geht ja jetzt auch nicht mehr! Ich will ja nicht mehr mehr als EIN Bier trinken am Tag. Noch besser: Hin und wieder gar keines.
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